Liebe eat.READ.sleepies,
gemeinsam Vespa fahren, sich Wolfskutten umhängen und zu zweit in einer pinken Badewanne sitzen – und all das an einem Tag. Das erlebt man wahrscheinlich wirklich nur auf der Buchmesse. Zwei Tage waren wir in Leipzig, zusammen mit unserer Orga- und Einparkqueen Birgit (ihr hättet sehen sollen, wie eng das Parkhaus war, Horror!) und unserer Redakteurin Lenore. Und mit euch: Wahnsinn, wie viele von euch wieder am Carlsen-Stand waren, als wir dort unsere Signierstunde hatten oder uns bei unserem Auftritt auf der großen Bühne von ARD, ZDF und 3Sat unterstützt haben.
Ich, Jan, wünschte mir, mein Sportlehrer wäre da gewesen: Dass ich es einmal im Leben schaffe, ein eRs-Kissen zielgerichtet über mehrere Köpfe hinweg in die Arme der Gewinnerin zu werfen, hätte er mir wohl nie zugetraut. Ich mir auch nicht!
Bücher gab’s natürlich auch: Besonders anfällig bin ich ja immer für Preisgekröntes. Deswegen habe ich mir schnell noch den Roman "Unten leben" von Gustavo Faverón Patriau besorgt, das Manfred Gmeiner ins Deutsche übersetzt hat. Denn in Leipzig werden immer auch Übersetzerinnen und Übersetzer ausgezeichnet, eine tolle Tradition, denn was wären wir ohne diese Menschen, die so viel Arbeit darauf verwenden, uns die Bücher aus anderen Ländern zugängig zu machen.
So eine Buchmesse ist ja auch immer ein bisschen Überforderung: Überall schöne Cover, überall spannende Verlage und alte Bekannte und so viele Fotospots! Büchermenschen sind eben einfach kreativ, wenn es darum geht, auf ihre Werke aufmerksam zu machen, ich sage nur Vespa, Wolfskutte, Badewanne ... Schön war’s. Und damit übergebe ich an Katharina:
Chapeau für diesen Zielwurf, Jan! Meine Kissenwurfübungen haben dafür für viele Lacher gesorgt – ich muss das wohl echt mal üben … Nicht nur mit dieser Sport-Einlage hat unser 30-minütiger Live-Podcast für Thermik in der Glashalle gesorgt. "Endlich ist hier mal Action", hieß es backstage – und dann denke ich immer: Mission accomplished! Literatur soll nicht im intellektuellen Elfenbeinturm stattfinden (dort wähnte ich mich durchaus in einigen Messe-Momenten …), Literatur soll doch Spaß machen, überraschen, leben! Und das zeigen ja auch gerade die Buchmessen oft so wunderbar, weil sich die Verlage einfach so viel einfallen lassen, Bücher erlebbar zu machen.
Ich kenne jetzt übrigens mindestens 20 unabhängige Verlage mehr als vorher – unter anderem Inuit, der Bücher aus dem Grönländischen übersetzt, und Edition Wannenbuch, die Badewannenbücher für Erwachsene herausbringen. Jeder Krimi reicht für 15 Minuten Schaumbad.
Ich habe ja keine Badewanne, u.a. deshalb werden diese Bücher nicht auf meiner Leseliste landen, aber viele andere. Ich hoffe, ich kann den Stapel bis zur Frankfurter Buchmesse abarbeiten.
Zum Schluss noch einen extra Gruß an die Dame, die neben mir auf der Bank im Innenhof saß, mein T-Shirt anguckte und fragte: "Haben Sie was mit eat.READ.sleep. zu tun? Wir sind große Fans!" Ich guckte etwas irritiert zurück und meinte dann: "Ich BIN eat.READ.sleep." Sie konnte mich aber trotzdem nicht einordnen. War allerdings auch erst vor kurzem auf den Podcast gestoßen – vielleicht hat sie nur Folgen mit Jan und Daniel gehört … Ich habe sie genötigt, diesen Newsletter zu abonnieren – ich hoffe, sie hat’s gemacht :)
Und hier noch ein Tipp: Der Belletristik-Preis der Leipziger Buchmesse ging ja an "Goldstrand" von Katerina Poladjan. Wenn ihr neugierig auf das Buch seid:
Ab Montag könnt ihr es auf NDR Kultur hören, vorgelesen von Harald Schrott.
Nächsten Freitag gibt es dann wieder eine reguläre Folge. Mal schauen, ob wir da schon die ersten Leipzig-Entdeckungen vorstellen.
Viele Grüße