Liebe eat.READ.sleepies,
warum gibt es eigentlich keine richtig gute Sports Romance aus dem Fußball? Das frage ich mich seit unserem Interview mit Josi und Sarah. Nichts gegen Liebesgeschichten mit Eishockeyspielern oder Baseball-Stars, aber passend zur Fußball-WM hätte so ein Buch doch möglicherweise Bestsellerpotenzial, oder?
Überhaupt scheint es bei dieser WM viel weniger Fußballbücher zu geben als sonst. Das einzige, das in den vergangenen Wochen bei mir auf dem Schreibtisch gelandet ist, ist "Tore des Lebens". Geschrieben von einem ehemaligen Spielerberater, Lars-Wilhelm Baumgarten. Ein Insiderblick in die Welt des Profibetriebs - mit all seinen Höhen und Tiefen. Solide geschrieben, aber die passende Netflix-Serie dazu sehe ich noch nicht.
Dabei gibt es ja viele Romane, bei denen man die Verfilmung quasi schon beim Lesen sieht. Bei
Norbert Gstreins großartigem Roman "Im ersten Licht“ ging mir das so: Eine Erzählung von den Auswirkungen der Kriege und der Gewalt, die das 20. Jahrhundert prägten, sensibel erzählt am Schicksal von Kriegsversehrten. Das Buch war auch für den Leipziger Buchpreis nominiert. Den hat dann ja bekanntlich
Katerina Poladjan für "Goldstrand" erhalten, aber nun kriegt auch Norbert Gstrein seine verdiente Auszeichnung: Am 11. September erhält
er den Siegfried-Lenz-Preis im Hamburger Rathaus, am Abend zuvor ist er bei uns beim NDR im Rolf-Liebermann-Studio zu Gast. Das wird bestimmt auch filmreif.
Für die Lesung gibt's übrigens noch Karten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich mag Preisverleihungen ja sehr. Das ist immer eine so schön festliche Atmosphäre und man trifft viele Bekannte aus dem Literaturbetrieb. Am vergangenen Montag war ich zum Beispiel bei der Verleihung des Deutschen Sachbuchpreises in der Elbphilharmonie und habe auch einige von euch dort wiedergesehen. Sachbücher haben wir ja nur selten bei uns im Podcast, aber das Preisträgerbuch
"300 Männer" über die sogenannte "Deutschland AG" von Konstantin Richter will ich auf jeden Fall lesen. Auch zur Vorbereitung auf den nächsten Sachbuchpreis dieses Jahres: unseren NDR Sachbuchpreis. Merkt euch den 5. November schon mal vor.
Und ein weiterer Preis, den ich sehr mag, ist der Bachmann-Preis, der seit 50 Jahren schon in Klagenfurt vergeben wird - und bei dem die Jury, so wie wir auch, vor Publikum über die vorgetragenen Texte spricht und streitet. Da sitze ich auch regelmäßig vorm Fernseher.
Kommende Woche wäre Ingeborg Bachmann 100 Jahre alt geworden - und wie aktuell und berührend ihre Texte noch immer sind, das könnt ihr ab Montag bei uns auf NDR Kultur hören:
In unserer Reihe "Am Morgen vorgelesen" stellen wir Gedichte und ausgewählte Stücke von ihr vor. Auch das lohnt sich sehr.
Fehlt noch der Preis für die beste Fußball-Romance. Aber vielleicht kann die FIFA da ja mal kreativ tätig werden: Wie gut sie im Erfinden neuer Preise sind haben sie in der Vergangenheit ja schon bewiesen. Ich verspreche auch: Ich würde das Buch dann sogar lesen 🙂.
Erst einmal wartet aber noch eine lange, lange Leseliste für einen anderen Preis auf mich: Die Auswahl für den Deutschen Buchpreis geht in die heiße Phase… Zeit also für ein Wochenende auf dem Balkon.
Viele Grüße und auch euch viel Freude beim Lesen und Serienschauen